Die Rolle von Ernährung bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Österreich

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben eine der führenden Todesursachen in Österreich, wobei etwa 40 % aller Todesfälle jährlich auf diese Erkrankungen zurückgehen. Besonders betroffen sind Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, während Frauen erst ab dem 65. Lebensjahr stärker gefährdet sind. Studien zeigen, dass eine ungesunde Ernährung, insbesondere der übermäßige Konsum von gesättigten Fetten, Transfetten und Salz, die Hauptrisikofaktoren sind. Doch mit gezielten Ernährungsumstellungen lässt sich das Risiko deutlich senken – etwa durch eine mediterrane oder pflanzenbasierte Kost.

Die österreichische Ernährungsempfehlungen betonen seit Jahren die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, die reich an Ballaststoffen, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und fettreichen Fisch ist. Besonders wirksam sind Omega-3-Fettsäuren aus Lachs oder Makrele, die Entzündungen im Blutgefäßsystem reduzieren und den Cholesterinspiegel verbessern. Laut einer Studie der Universität Wien senkt eine solche Ernährung das Risiko für Herzinfarkte um bis zu 30 %, wenn sie mindestens fünf Jahre lang eingehalten wird.

Typische Ernährungsmuster und ihre Folgen

Ein klassisches Problem in Österreich ist der hohe Konsum von Fertigprodukten und stark verarbeiteten Lebensmitteln, die oft mit Zusatzstoffen wie Konservierungsmitteln und künstlichen Geschmacksverstärkern belastet sind. Besonders problematisch sind Wurstprodukte, Süßigkeiten und frittierte Speisen, die den Blutdruck und den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen. Laut einer Studie des Instituts für Ernährungsmedizin der Medizinischen Universität Wien steigt das Risiko für Bluthochdruck bei Menschen, die täglich mehr als zwei Portionen dieser Lebensmittel konsumieren, um bis zu 40 %. Gleichzeitig wird der Verzehr von Gemüse und Vollkornprodukten oft zu kurz kommen, was die Aufnahme von Mikronährstoffen wie Vitamin C und Magnesium beeinträchtigt.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der übermäßige Konsum von Alkohol, der besonders bei Männern das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht. Laut dem Österreichischen Gesundheitsbericht 2023 trinken etwa 30 % der Männer über den empfohlenen Grenzwert von 24 g reinen Alkohol pro Tag. Auch hier zeigt sich, dass eine Reduktion des Konsums die Belastung für das Herz-Kreislauf-System deutlich verringert. Eine Studie des Gesundheitsministeriums ergab, dass bereits eine Reduktion um 20 % die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall um 15 % senkt.

Praktische Tipps für eine herzgesunde Ernährung

Wer seine Ernährung umstellen möchte, sollte zunächst auf eine ausgewogene Mischung aus Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und mageren Proteinen setzen. Besonders empfehlenswert sind Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen, die nicht nur Ballaststoffe liefern, sondern auch pflanzliches Eiweiß und Eisen enthalten. Auch der regelmäßige Verzehr von Nüssen und Samen wie Leinsamen oder Chiasamen kann die Aufnahme von gesunden Fetten fördern und Entzündungen hemmen. Ein einfacher Ansatz ist es, bereits beim Frühstück auf Vollkornprodukte zu setzen und stattdessen für ein schnelles Frühstück auf Fertigmüsli zu verzichten.

Ein weiterer Schritt ist die Reduktion von Salz und Zucker. Viele Fertiggerichte enthalten bereits hohe Salzgehalte, die den Blutdruck erhöhen können. Wer Salz reduzieren möchte, kann stattdessen Gewürze wie Kurkuma, Knoblauch oder Zitronenschale verwenden. Auch beim Backen sollte auf Zucker reduziert werden, indem man stattdessen natürliche Süßungsmittel wie Datteln oder Ahornsirup verwendet. Besonders bei Kindern ist eine zuckerreiche Ernährung ein Risikofaktor für Übergewicht und Diabetes – hier können Familien durch bewusste Ernährungsumstellungen langfristig gesünder leben.

Die Bedeutung von Bewegung und regelmäßigen Kontrollen

Eine herzgesunde Ernährung allein reicht oft nicht aus, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren. Bewegung spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie den Blutdruck senkt, den Cholesterinspiegel verbessert und die Durchblutung fördert. Studien zeigen, dass bereits 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – etwa Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen – das Risiko für Herzinfarkte um bis zu 30 % reduzieren können. Besonders effektiv ist eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauersport, da sie sowohl die Herzfunktion als auch die Muskelmasse verbessert.

Regelmäßige medizinische Kontrollen sind ebenfalls essenziell, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Menschen mit Vorerkrankungen sollten besonders auf ihren Blutdruck, Cholesterinspiegel und Blutzucker achten. Auch bei gesunden Menschen empfiehlt sich ein Check-up alle zwei Jahre, um mögliche Risiken wie Bluthochdruck oder Übergewicht frühzeitig zu erkennen. Eine Studie des Österreichischen Gesundheitsfonds zeigt, dass frühzeitige Interventionen das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 50 % senken können.

  • Eine mediterrane Ernährung senkt das Risiko für Herzinfarkte um bis zu 30 % nach fünf Jahren.
  • Der Verzehr von mehr als zwei Portionen stark verarbeiteter Lebensmitteln pro Tag erhöht das Bluthochdruck-Risiko um 40 %.
  • Alkoholkonsum über dem empfohlenen Grenzwert (24 g reiner Alkohol/Tag) erhöht das Schlaganfallrisiko um 15 %.
  • Regelmäßige Bewegung (mind. 150 Min. moderate Aktivität/Woche) reduziert das Herzinfarktrisiko um bis zu 30 %.
  • Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte liefern nicht nur Ballaststoffe, sondern auch pflanzliches Eiweiß und Eisen.
  • Eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 50 % senken.

www.verywell.at/

Leave a Reply